Lavagranulat: Körnung, Anteil im Substrat und Anwendung
Inhalt des Blog-Beitrages:
Lavagranulat: Körnung, Anteil im Substrat und Anwendung Was ist Lavagranulat? Lavasteine, Lavagestein, Lavasplitt – alles dasselbe? Lavagranulat-Körnungen: von Lavasand bis Lavasplitt Wie viel Lavagranulat ins Substrat? Was sich am Gießen ändert Anwendung: Drainage, Mulch und Hydrokultur Lavamulch im Garten und im Kübel Lavagranulat im Vergleich zu Blähton, Bims und Perlit Häufige Fehler mit Lavagranulat Gutes Lavagranulat kaufen Ähnliche Blogbeiträge Erfahre mehr über unsere Autorin - LisaFür Zimmerpflanzen-Substrat nimmst du eine Körnung von 2 bis 8 mm und mischst 10 bis 20 Prozent unter die Erde. Für eine Drainageschicht und für Kübel ist die gröbere Körnung ab 8 mm richtig.
Lavagranulat speichert mehr Wasser und deutlich mehr Wärme als Blähton oder Perlit, ist dafür aber das schwerste der vier mineralischen Zuschlagstoffe. Es zersetzt sich nicht und bleibt über Jahre stabil.
Welche Körnung Lavagranulat ist die richtige?
Für Zimmerpflanzen-Substrat 2 bis 8 mm, für eine Drainageschicht und für Kübelpflanzen 8 bis 16 mm. Feiner Lavasand unter 2 mm gehört nicht in die Drainage – er setzt die Zwischenräume zu und bremst genau den Wasserabzug, den die Schicht leisten soll.
Wie viel Lavagranulat mischt man ins Substrat?
10 bis 20 Prozent des Volumens sind der Richtwert für normale Zimmerpflanzen. Bei Kakteen und Sukkulenten darf der mineralische Anteil insgesamt auf die Hälfte steigen. Über 25 Prozent Lavagranulat verdrängt zu viel nährstoffreiche Erde und bremst das Wachstum eher, als es zu fördern.
Kann Lavagranulat alleine als Substrat verwendet werden?
Ja, als rein mineralisches Substrat funktioniert es – für Kakteen, Sukkulenten und Luftpflanzen, und in der Hydrokultur. Dann musst du allerdings vollständig über das Gießwasser düngen, weil das Gestein selbst kaum Nährstoffe abgibt.
Wie unterscheidet sich Lavagranulat von Blähton, Bims und Perlit?
Lavagranulat ist mit rund 800 bis 1.000 g pro Liter das schwerste der vier und speichert am meisten Wärme. Bims liegt bei etwa 500 bis 700 g und hält mittelmäßig viel Wasser, Blähton bei 300 bis 400 g, Perlit mit rund 100 g ist das leichteste und speichert am wenigsten.
Verändert Lavagranulat den pH-Wert der Erde?
Praktisch nicht. Lavagestein liegt im neutralen bis leicht alkalischen Bereich und ist chemisch träge – anders als Pinienrinde, die die Mischung mit der Zeit ansäuert. Für Pflanzen mit empfindlichem pH-Anspruch ist Lavagranulat deshalb der unkompliziertere Zuschlagstoff.
Was ist Lavagranulat?
Lavagranulat ist gebrochenes vulkanisches Gestein, das beim schnellen Erstarren von Magma unzählige kleine Hohlräume behält. Diese Poren wirken wie winzige Schwämme: Sie nehmen Gießwasser auf und geben es langsam wieder ab, während die groben Bruchkanten dafür sorgen, dass zwischen den Körnern Luft bleibt. Genau diese Kombination macht es im Substrat so nützlich – es lockert auf und speichert gleichzeitig, was die meisten Zuschlagstoffe nur in einer der beiden Richtungen schaffen. Das Lavagranulat in unserem Sortiment ist grobkörnig, vorgewaschen und staubarm und lässt sich direkt aus der Verpackung verwenden; alle übrigen Substrate und Zuschlagstoffe findest du in der Kollektion Substrat.
Je nach Herkunft enthält das Gestein Spurenelemente wie Eisen, Magnesium und Kalium. Die ersetzen keine Düngung – das Material gibt sie nur sehr langsam und in geringen Mengen ab –, schaden aber auch nicht. Wichtiger ist die zweite mineralische Eigenschaft: Lavagestein zersetzt sich nicht. Anders als Pinienrinde, Kokoschunks oder Kompost verliert es über Jahre nicht an Struktur und muss nicht nachgefüllt werden. Eine einmal eingemischte Menge arbeitet so lange, wie die Pflanze im selben Topf steht.
Die meisten im Handel erhältlichen Lavagesteine stammen aus dem Mittelmeerraum und dem Nahen Osten, teils aus Hawaii und Japan. Ein gezielter Abbau ist schwierig, das Material kommt häufig aus natürlichen Abbaugebieten in vulkanisch aktiven Regionen – ein Blick auf die Herkunft lohnt sich deshalb beim Kauf.
Lavasteine, Lavagestein, Lavasplitt – alles dasselbe?
Im Handel kursieren mindestens sechs Bezeichnungen für dasselbe Material, und das sorgt beim Suchen für Verwirrung. Die Unterschiede sind fast ausschließlich Körnungs- und Marketingfragen:
- Lavagestein und Lavastein sind die Oberbegriffe für das Rohmaterial, unabhängig von der Korngröße.
- Lavagranulat und Lavasubstrat meinen das gebrochene, gesiebte Material, das für Pflanzen verkauft wird.
- Lavasplitt und Lavafeinsplitt bezeichnen bestimmte Körnungsbereiche daraus (siehe Tabelle unten).
- Lavamulch ist grobes Lavagranulat, das als Deckschicht auf Beete oder Topferde kommt – dasselbe Material, anderer Einsatzort.
Nicht dasselbe ist dagegen Lavasand: Der ist so feinkörnig, dass er die auflockernde Wirkung verliert und für die meisten Zwecke in der Zimmerpflanzenpflege nicht taugt.
Lavagranulat-Körnungen: von Lavasand bis Lavasplitt
Die Körnung ist die einzige Entscheidung, die du beim Lavagranulat wirklich treffen musst – sie bestimmt, ob das Material auflockert oder Wasser hält. Feines Korn hat viel Oberfläche und speichert deshalb mehr Feuchtigkeit, lässt aber zwischen den Körnern kaum Luft; grobes Korn macht es genau umgekehrt. Diese Größen sind im Handel üblich:
| Bezeichnung | Körnung | Wofür geeignet | Anteil |
|---|---|---|---|
| Lavasand | 0–2 mm | Rasen und Bodenverbesserung im Freien | – |
| Lavabruchsand | 0–5 mm | Anzucht, sehr kleine Töpfe | bis 10 % |
| Lavafeinsplitt | 2–8 mm | Zimmerpflanzen-Substrat, Aussaatmischungen | 10–20 % |
| Lavasplitt | 8–16 mm | Drainageschicht, Kübel, Hydrokultur | als Schicht |
| Lavagranulat grob | über 16 mm | Mulch, Beete, große Pflanzgefäße | als Schicht |
Praktisch heißt das: Für einen Topf unter 20 Zentimetern Durchmesser nimmst du 2 bis 8 mm und mischst es unter die Erde. Alles, was als Schicht auf oder unter das Substrat kommt, braucht mindestens 8 mm, damit die Zwischenräume offen bleiben.
Die Qualität erkennst du noch vor dem Einmischen am Staubanteil. Schütte eine Handvoll in eine Schale und kipp sie um: Bleibt ein grauer Schleier zurück und stauben die Finger, ist das Material nicht gewaschen – dann spülst du es vor dem Einmischen in einem Sieb ab, sonst verschließt der Feinanteil im Topf genau die Poren, wegen denen du das Granulat überhaupt einmischst. Gute Ware fühlt sich trocken und kantig an, nicht mehlig, und die Körner sollten halbwegs gleichmäßig groß sein; ein Gemisch aus Sand und Faustgröße ist Abfall, keine Siebung.
Wie viel Lavagranulat ins Substrat?
Der Richtwert für normale Zimmerpflanzen liegt bei 10 bis 20 Prozent des Volumens – also eine Handvoll auf gut drei Handvoll Pflanzenerde. Darunter merkt die Pflanze kaum einen Unterschied, darüber wird es eng mit den Nährstoffen: Jeder Liter Gestein ist ein Liter weniger Erde, und das Gestein selbst liefert fast nichts. Diese Anteile haben sich nach Pflanzengruppe bewährt:
- Aroideen und andere Blattpflanzen (Monstera, Philodendron, Efeutute): 15–20 % Lavagranulat, gern zusammen mit Pinienrinde für die Luftigkeit.
- Kakteen und Sukkulenten: hier darf der mineralische Anteil insgesamt auf 50 % steigen, davon 20–30 % Lavagranulat; der Rest Erde und etwas Perlit.
- Luftpflanzen: pur, ohne Erde. Besonders die Arten aus Trockenregionen wachsen gut auf reinem Lavagranulat – die Auswahl findest du in der Kollektion Tillandsia.
- Hydrokultur: als alleiniges Substrat in grober Körnung. Die Wasserspeicherung ist hier ein Vorteil gegenüber Blähton, das Gewicht ein Nachteil.
- Anzucht und Stecklinge: 10 % in der Anzuchterde genügen – junge Wurzeln brauchen Luft, aber keine Steine, an denen sie sich vorbeiarbeiten müssen.
Wichtig beim Mischen: trocken und gründlich durcharbeiten, nicht schichtweise einfüllen. Liegt das Granulat als Nest im Topf, trocknet die Erde darum herum anders als darüber, und du gießt zwangsläufig falsch. Wie du die Grundmischung aufbaust, steht im Beitrag Substrat selber mischen.
Was sich am Gießen ändert
Das ist der Punkt, an dem die meisten nach dem Umtopfen stolpern: Ein Substrat mit 20 Prozent Lavagranulat verhält sich beim Gießen anders als reine Erde, und wer den alten Rhythmus beibehält, hat am Ende dasselbe Problem wie vorher – nur umgekehrt. Das Wasser läuft schneller durch, weil die groben Körner Kanäle bilden, gleichzeitig hält das Gestein in seinen Poren einen Teil davon fest und gibt ihn über Tage ab.
Praktisch heißt das zweierlei. Erstens: Gieße langsamer und in zwei Durchgängen, sonst schießt das Wasser an den Wurzeln vorbei und unten wieder heraus, ohne den Ballen zu durchfeuchten. Zweitens: Die Fingerprobe wird unzuverlässiger, weil die Oberfläche früher trocken wirkt, als der Ballen es ist – prüfe deshalb tiefer, etwa 4 bis 5 Zentimeter, oder hebe den Topf an und gieße nach Gewicht. Insgesamt landest du bei etwas kürzeren Abständen, aber kleineren Mengen pro Gang. Die Grundlagen dazu stehen im Beitrag Zimmerpflanzen gießen.
Anwendung: Drainage, Mulch und Hydrokultur
Weil Lavagestein weder verrottet noch seine Struktur verliert, ist es eine Investition, die über Jahre hält. Diese fünf Einsätze deckt eine Packung ab:
- Als Zuschlagstoff im Substrat: der Hauptfall, mit den Anteilen aus dem Abschnitt oben. Luftiger Boden, besserer Sauerstoffzugang an den Wurzeln, weniger Risiko für Wurzelfäule.
- Als Drainageschicht: 3 bis 5 Zentimeter grobes Granulat auf dem Topfboden, sinnvoll ab etwa 15 Zentimetern Topfdurchmesser. Wichtig zu wissen: Eine Drainageschicht ersetzt kein Abflussloch. In einem geschlossenen Gefäß zieht sie kein Wasser ab, sie verschiebt nur die Wasserlinie nach oben – gegen Staunässe hilft dort allein ein Loch im Topf oder vorsichtigeres Gießen.
- Als Deckschicht gegen Trauermücken und Unkraut: 2 bis 3 Zentimeter auf der Topferde nehmen Unkrautsamen den Halt und das Licht. Derselbe Effekt macht die Oberfläche für Trauermücken unattraktiv, weil sie ihre Eier nicht in feuchter Erde ablegen können.
- Als Substrat für Luftpflanzen: „Luftpflanze" verleitet zu dem Trugschluss, dass diese Arten kein Nährmedium brauchen – viele profitieren deutlich von einem mineralischen Untergrund, auf dem die Wurzeln Halt finden, ohne nass zu stehen.
- In Hydrokultur und Semi-Hydro: in grober Körnung als alleiniges Substrat. Gedüngt wird vollständig über das Wasser.
Lavamulch im Garten und im Kübel
Draußen spielt Lavagranulat eine andere Stärke aus: die Wärmespeicherung. Eine 3 bis 5 Zentimeter dicke Mulchschicht auf dem Beet nimmt tagsüber Sonnenwärme auf und gibt sie nachts langsam ab – das federt Temperaturstürze an der Bodenoberfläche ab und verlängert bei Kübelpflanzen die Saison um ein paar Wochen. Gleichzeitig reduziert die Schicht die Verdunstung messbar, du musst also seltener wässern, und Unkraut hat es schwer.
Für Kübel auf Balkon und Terrasse hat das noch einen zweiten Effekt: Die Deckschicht schützt die Topferde vor dem Ausschwemmen bei Starkregen und davor, dass sie im Sommer oberflächlich zu einer harten Kruste austrocknet, durch die Gießwasser seitlich am Ballen vorbeiläuft. Im Gartenbeet ersetzt Lavamulch Rindenmulch dort, wo man keine Zersetzung will – etwa zwischen Stauden, die nicht jedes Jahr umgesetzt werden, oder in Kiesbeeten mit mediterranen Pflanzen.
Zwei Einschränkungen gehören dazu. Erstens: Dieselbe Wärmespeicherung wird im Hochsommer an einer Südwand zum Nachteil, weil sich die Oberfläche spürbar aufheizt – bei Flachwurzlern im Kübel lieber dünner mulchen. Zweitens: Lavamulch bleibt dauerhaft liegen. Wer die Beetoberfläche jedes Jahr umgräbt, arbeitet das Gestein mit ein, und das ist dann nicht mehr rückgängig zu machen. Als Mulch ist es für Flächen gedacht, die so bleiben sollen.
Lavagranulat im Vergleich zu Blähton, Bims und Perlit
Alle vier mineralischen Zuschlagstoffe lockern auf und verbessern die Drainage. Unterscheiden tun sie sich im Gewicht und darin, wie viel Wasser und Wärme sie halten:
| Substrat | Schüttgewicht | Wasserspeicherung | Wärmespeicherung |
|---|---|---|---|
| Lavagranulat | ca. 800–1.000 g/l | hoch | hoch |
| Bims | ca. 500–700 g/l | mittel | gering |
| Blähton | ca. 300–400 g/l | gering | gering |
| Perlit | ca. 100 g/l | gering | gering |
Daraus folgt eine ziemlich klare Aufteilung. Willst du Wärme im Substrat puffern, Temperaturschwankungen abfedern oder draußen mulchen, ist Lavagranulat die stärkste Wahl. Soll der Topf leicht bleiben – große Kübel, Hängeampeln, Pflanzen auf dem Regal –, nimm Blähton oder Perlit. Bims ist der Kompromiss für den Fall, dass du beides ein bisschen willst. Und wer schon Blähton im Schrank hat, muss nicht umsteigen: Für die reine Drainagefunktion tun beide dasselbe, der Unterschied liegt in Gewicht und Wärme.
Häufige Fehler mit Lavagranulat
- Zu hoher Anteil im Substrat: Mehr als 25 Prozent verdrängt zu viel nährstoffreiche Erde und bremst das Wurzelwachstum, statt es zu fördern.
- Falsche Körnung für die Drainage: Feines Material unter 2 mm setzt die Schicht zu und mindert genau den Wasserabzug, den sie leisten soll.
- Drainageschicht im Topf ohne Loch: Sie zieht dort kein Wasser ab, sondern hebt nur die Wasserlinie an. Gegen Staunässe hilft ein Abflussloch, nicht mehr Granulat.
- Schichtweise einfüllen statt mischen: Ein Granulat-Nest im Topf trocknet anders als die Erde darüber – damit lässt sich nicht gleichmäßig gießen.
- Ungewaschenes Material verwenden: Günstiges, staubiges Lavagranulat setzt sich im Substrat ab und verstopft die Poren. Hochwertiges ist vorgewaschen und weitgehend staubfrei.
- Düngung vergessen: Wer rein mineralisch kultiviert, muss vollständig über das Gießwasser düngen – das Gestein liefert keine nennenswerten Nährstoffe.
Gutes Lavagranulat kaufen
Beim Lavagranulat lohnt sich der Blick auf zwei Dinge: Staubfreiheit und Herkunft. Günstige Ware ist oft pulvrig, und der Staub setzt im Topf genau die Poren zu, wegen denen man das Material überhaupt einmischt. Unser grobkörniges Lavagranulat ist vorgewaschen und staubarm und lässt sich direkt aus der Verpackung verwenden; es gibt es in 1, 2, 3 und 5 Litern, sodass du für einen einzelnen Topf nicht gleich einen Sack kaufen musst. Für die Drainageschicht nimm die gröbere Körnung ab 8 mm, für die Substratmischung die feinere. Und weil das Gestein meist aus natürlichen Abbaugebieten kommt, ist ein kontrollierter, nachhaltiger Abbau die wenigen Euro Aufpreis wert.
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