GRANULATDÜNGER - FUNKTION, ANWENDUNG UND VORTEILE

Granulatdünger – Funktion, Anwendung und Vorteile

Zimmerpflanze im Topf am hellen Fenster – mit Granulatdünger versorgt

Granulatdünger ist Dünger in fester Form, der seine Nährstoffe über Monate langsam an das Substrat abgibt – oft reicht eine einzige Anwendung pro Vegetationsperiode.

Ob mineralisch, organisch oder als Kombi-Granulat mit Schädlingsschutz: Hier erfährst du, wie das Granulat funktioniert, wie du es richtig einarbeitest und dosierst, worauf du bei Hydrokultur und Pon achten musst und wo die Grenzen dieser Düngerart liegen.

Wie oft muss ich Granulatdünger anwenden?

Je nach Produkt und Pflanze alle 1 bis 2 Monate, manche Zimmerpflanzen kommen auch mit einer Gabe alle 3 bis 4 Monate aus. Langzeitgranulate reichen sogar für eine komplette Vegetationsperiode. Maßgeblich ist immer die Herstellerangabe auf der Packung.

Was ist der Unterschied zwischen mineralischem und organischem Düngergranulat?

Mineralisches Granulat besteht aus Nährsalzen wie Stickstoff, Phosphor und Magnesium und wirkt schnell, dafür kürzer. Organisches Granulat besteht aus Naturmaterialien wie Hornspänen oder Guano, wirkt langsamer und dafür länger und verbessert nebenbei die Bodenstruktur.

Kann ich Granulatdünger für Hydrokultur und Pon verwenden?

Ja, aber nur mit einem ausdrücklich dafür ausgewiesenen Produkt. Klassisches Erdgranulat setzt seine Nährstoffe im mineralischen Substrat unkontrolliert frei. Für Pon gibt es spezielle Langzeitgranulate, für reine Hydrokultur ist ein Ionenaustauscher-Granulat oder Hydro-Flüssigdünger die sichere Wahl.

Kann ich mit Granulatdünger überdüngen?

Das Risiko ist geringer als bei Flüssigdünger, weil das Granulat vorportioniert ist und langsam freisetzt – ausgeschlossen ist es aber nicht. Zu viel Granulat oder ein über längere Zeit austrocknendes Substrat führen zu Salzschäden an den Wurzeln.

Wann ist Combi-Granulat mit Schädlingsschutz sinnvoll?

Am ehesten gezielt in den Wintermonaten, wenn Schädlingsbefall bei Zimmerpflanzen besonders häufig auftritt. Dauerhaft eingesetzt fördert es Resistenzen, dann lässt die Wirkung nach. In der regulären Vegetationsperiode ist reines Dünger-Granulat die bessere Wahl.

Granulatdünger ist eine sehr beliebte Düngerart. Hierbei handelt es sich ähnlich wie bei Düngestäbchen um einen Zimmerpflanzen Dünger in fester Form. Die Wirkungsdauer von Granulatdünger ist sogar etwas länger als bei Düngerstäbchen, sodass die Anwendung nur einmal innerhalb der Vegetationsperiode notwendig ist. Der Granulatdünger wird einfach beim Umtopfen unter das Substrat gemischt, Pflanze gießen und fertig.

So einfach könnte man die Anwendung von Granulatdünger zusammenfassen. Klingt nach einem super Werbetext für alle Hersteller, oder? Ganz so einfach ist es dann aber doch nicht, denn bei der Anwendung des Granulats sind einige Dinge zu beachten. So gilt es zunächst das richtige Granulat zu benutzen: Abhängig von deinem Substrat gibt es nämlich unterschiedliche Produkte, etwa für Hydrokulturen und Pon. Außerdem besteht auch hier, wie bei allen anderen Düngerarten, die Gefahr einer Überdosierung und damit einer Schädigung der Pflanze. Aber keine Sorge – mit all diesen Fragen lassen wir dich nicht allein. Im Folgenden erklären wir dir, welche Arten von Granulatdünger es gibt, wie sie funktionieren und wie du sie anwendest. Dazu bekommst du von uns passende und selbst getestete Produktempfehlungen, sodass das lange Suchen nach dem richtigen Granulat entfällt.

Funktion und Anwendung von Granulatdünger

Widmen wir uns zunächst der Frage, wie Granulatdünger überhaupt funktioniert: Prinzipiell handelt es sich entweder um organische oder mineralische Bestandteile, die zu Kugeln, Kristallen oder kleinen Steinchen gepresst wurden. Mineralisches Granulat besteht aus mineralischen Inhaltsstoffen wie Phosphor, Stickstoff und Magnesium, während organisches Granulat aus Naturmaterialien besteht. Oftmals werden diese beiden Prinzipien in Combi-Granulaten kombiniert. Bei allen Varianten handelt es sich jedoch um Dünger in fester Form, der die enthaltenen Nährstoffe nur allmählich und über einen langen Zeitraum abgibt.

Die Anwendung ist denkbar einfach. Das Granulat wird behutsam in das Substrat der Pflanze eingearbeitet. Am leichtesten funktioniert das, wenn die Zimmerpflanze ohnehin umgetopft wird. Alternativ kannst du eine Gabel oder einen Löffel benutzen und das Granulat so behutsam unter die oberste Substratschicht heben. Anschließend muss die Pflanze nur wie gewohnt gegossen werden. Die im Granulatdünger enthaltenen Nährstoffe werden dann über einen längeren Zeitraum hinweg an das Substrat abgegeben. Abhängig vom Nährstoffbedarf deiner Zimmerpflanze kannst du so von einer einmaligen Anwendung während der Vegetationszeit ausgehen.

Wie funktioniert Granulatdünger bei Zimmerpflanzen?

  • Verwendung der richtigen Mengen von Granulatdünger [siehe Packungshinweise]
  • Anwendung in der Vegetationsperiode [zwischen April und September]
  • Auswahl des richtigen Düngegranulates [Unterscheidung in Grün- und Blühpflanzen]
  • Idealerweise regelmäßig wässern, sodass das Substrat ständig feucht ist

Wie oft sollte Granulatdünger verwendet werden?

Eine allgemeingültige Antwort auf diese Frage gibt es leider nicht, es lassen sich aber einige Grundprinzipien festhalten. In der Regel düngst du deine Pflanzen alle 1 bis 2 Monate, je nach Art der Pflanze, der Vegetationsphase und den individuellen Anweisungen deines gewählten Nährstoffwunders. Einigen Zimmerpflanzen genügt es auch, wenn sie nur alle 3 bis 4 Monate gedüngt werden. Besonders wichtig ist in jedem Fall die Regelmäßigkeit, um Mangelerscheinungen und das oft darauf folgende Überdüngen zu vermeiden. Beachte außerdem, dass deine Pflanzen in der Vegetationsphase, also im Frühjahr und Sommer, einen erhöhten Nährstoffbedarf haben, während sie im Winter nur selten gedüngt werden sollten. Grundsätzlich gilt: Nutze nur so viel Dünger, wie auf der Verpackung angegeben ist, und vermeide es unbedingt, zu viel zu verwenden.

Grüne Zimmerpflanze in hellem Wohnraum nach der Düngung mit Granulat

Wie kann Granulatdünger gelagert werden?

Granulatdünger sollte an einem möglichst kühlen, dunklen Ort aufbewahrt werden, der vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt ist. Sowohl hohe Temperaturen als auch direkte Sonneneinstrahlung können die Haltbarkeit negativ beeinflussen. Der Dünger sollte außerdem vor Feuchtigkeit geschützt werden, weil das Granulat sonst verklumpt und seine Nährstoffe unkontrolliert freisetzt. Wenn du eine Packung nicht direkt aufbrauchst, bewahre den Rest am besten in einem fest verschlossenen Behälter auf.

Arten von Granulatdünger

Nicht jedes Granulat ist gleich. Je nachdem, wie schnell die Nährstoffe verfügbar sein sollen und wie empfindlich deine Pflanze reagiert, lohnt sich ein Blick auf die drei gängigen Varianten – hier findest du unsere getesteten Empfehlungen aus dem Andermatt-Sortiment:

Mineralisches Düngergranulat

Anorganischer Dünger, auch mineralischer Dünger genannt, besteht meist aus einer Kombination verschiedener Salze. Er wird von Pflanzen besonders schnell aufgenommen und lässt sich daher gezielt einsetzen, etwa wenn eine Pflanze sichtbar schwächelt und rasch Nährstoffe braucht. Seine Wirkung ist im Gegensatz zu organischem Granulatdünger jedoch deutlich kürzer, und weil die Nährsalze sofort pflanzenverfügbar sind, reagiert das Substrat empfindlicher auf eine zu hohe Dosis.

Organisches Düngergranulat

Organischer Dünger hat einen pflanzlichen oder tierischen Ursprung. Er wird oft nach seinen Ausgangsstoffen benannt und hat insbesondere in Form von Granulat eine lang anhaltende Düngerwirkung. Wie lange der Dünger vorhält, ist von seiner Zusammensetzung, der biologischen Aktivität der Erde sowie der ausgebrachten Menge abhängig. Einfluss haben daneben auch die Feuchtigkeit und die Temperatur im Substrat. Der Dünger selbst besteht meist aus Hornspänen, Guano, Gülle und anderen pflanzlichen sowie tierischen Komponenten. Weil die Nährstoffe erst von Bodenlebewesen aufgeschlossen werden müssen, ist eine Überdüngung hier besonders unwahrscheinlich.

Kombi-Düngergranulat

Eine Kombination aus organischen und mineralischen Bestandteilen bildet Kombi-Düngergranulat. Es verbindet die positiven Eigenschaften beider Varianten bezüglich Bodenverbesserung, Wirkgeschwindigkeit, Inhaltsstoffen, Wirkdauer und Auswaschungsgefahr: Der mineralische Anteil versorgt die Pflanze zügig, der organische trägt die Versorgung über die folgenden Wochen. Für die meisten Zimmerpflanzen im normalen Erdsubstrat ist das die unkomplizierteste Wahl.

Zimmerpflanze im Übertopf auf der Fensterbank mit frisch eingearbeitetem Düngergranulat

Granulatdünger für Hydrokultur und Pon

Steht deine Pflanze nicht in Erde, sondern in einem mineralischen Substrat, gelten andere Regeln. In Pon, also einer Mischung aus Bims, Zeolith und Lava, gibt es kein Bodenleben, das organisches Granulat aufschließen könnte – Hornspäne und Guano bleiben dort schlicht liegen. Für Pon brauchst du deshalb ein ausdrücklich dafür ausgewiesenes mineralisches Langzeitgranulat, das seine Nährstoffe über mehrere Monate gleichmäßig abgibt. Der enthaltene Zeolith puffert überschüssige Nährsalze zusätzlich ab, was die Anwendung sehr verzeihlich macht.

In reiner Hydrokultur mit Blähton und Wasserstandsanzeiger fehlt dagegen jede Substratschicht, in die sich Granulat einarbeiten ließe. Hier arbeitet man üblicherweise mit einem Ionenaustauscher-Granulat, das die Nährstoffe im Wasserreservoir kontrolliert freisetzt, oder greift direkt zu Flüssigdünger für Hydrokultur. Wichtig in beiden Fällen: Nutze niemals einfach klassisches Erdgranulat. Ohne die puffernde Wirkung von Humus steigt die Salzkonzentration im Wasser sehr schnell an, und die Wurzeln nehmen Schaden, bevor du überhaupt etwas an den Blättern siehst.

Combi-Granulatdünger mit Schädlingsbekämpfung

Eine weitere Variante des Granulatdüngers ist sogenanntes Combi-Granulat. Es soll die Wirkung als praktisches Düngemittel mit der einfachen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln kombinieren. Das Granulat wird dabei wie herkömmliches Düngergranulat angewendet, also denkbar einfach. Die gleiche Wirkung haben Combi-Stäbchen. Nach der Anwendung gelangt der Wirkstoff über die Wurzeln in die Pflanze und schützt sie bis zu 3 Monate lang vor Blattläusen, weißen Fliegen, Schildläusen, Thripsen sowie Woll- und Schmierläusen. Zusätzlich bietet das Granulat eine düngende Wirkung und sorgt so für gesundes Pflanzenwachstum. Es eignet sich auch zur Bekämpfung von Schädlingen an Hydrokulturen. Beachte jedoch, dass eine zu häufige Anwendung zur Bildung von Resistenzen bei den Schädlingen führen kann. Wir nutzen das Granulat deshalb vorzugsweise in den Wintermonaten und nicht in der regulären Vegetationsperiode. Willst du grundsätzlich auf Pestizide verzichten, findest du in unserer Kollektion Mittel gegen Schädlinge auch Alternativen auf Neemöl-Basis.

Zimmerpflanze mit kräftigen Blättern nach regelmäßiger Düngung mit Granulatdünger

Vorteile und Nachteile von Granulatdünger

Granulatdünger besitzt im Vergleich zu anderen Arten von Zimmerpflanzen Dünger einige Vor- und Nachteile, die wir dir natürlich nicht vorenthalten wollen.

Vorteile von Granulatdünger

  • Leichte und schnelle Anwendung von Granulatdünger
  • Seltene Anwendung, oft nur ein einziges Mal während der Vegetationsperiode
  • Vergleichsweise günstig in der Anschaffung
  • Combi-Granulat als Mittel zur Bekämpfung von Schädlingen und als Schutz vor Neubefall
  • Verringerte Gefahr von Überdosierung

Nachteile von Granulatdünger

  • Regelmäßiges Wässern notwendig [ideal für Calatheas und Alokasien]
  • Überdosierungen und Pflanzenschäden sind theoretisch möglich [aber unwahrscheinlich]
  • Anwendung mitunter schwierig, idealerweise beim Umtopfen
  • Nachträgliches Korrigieren der Dosis kaum möglich, weil das Granulat im Substrat bleibt

Wie sich Granulat bei Wirkdauer, Dosierbarkeit und Einsatzzweck direkt gegen Flüssigdünger und Düngerstäbchen schlägt, zeigt die Vergleichstabelle in unserem Überblick Zimmerpflanzen düngen – Tipps und Tricks. Dort findest du auch eine Einordnung, welche Düngerart insgesamt am besten zu deinen Zimmerpflanzen passt.


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Erfahre mehr über unsere Autorin - Tanja K.

Tanja K.

Tanja K.

Hi, ich bin Tanja, und ich war selbst mal der Mensch, der jede Pflanze irgendwie zum Eingehen gebracht hat. Deshalb weiß ich genau, wie frustrierend das sein kann – und genau deshalb schreibe ich für alle, die gerade erst anfangen. Bei mir gibt es keine komplizierten Fachbegriffe, sondern klare, einfache Schritte, die wirklich funktionieren. Jeder kann einen grünen Daumen entwickeln, du auch! Lass uns gemeinsam die ersten Erfolge feiern.


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